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Editorial CV 1/09: Aller guten Dinge... |
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… sind bekanntlich
drei: Erstens ist am Ende von 2008 AD festzustellen, daß der Camcordermarkt
in Deutschland und Europa noch immer zweigeteilt ist. Mögen es sich Hersteller,
Handel und nicht zuletzt PC-Hersteller auch anders wünschen: High
Definition-Geräte sind weiter in der Minderheit. Das belegen die Zahlen von
Marktbeobachtern wie der Gesellschaft für Konsumforschung. Zwar ist der Trend
hin zu HD ebenso eindeutig, und so ist es nur eine Frage der Zeit, wann sich das
Blatt gewendet haben wird. Dennoch: Der Löwenanteil der hierzulande neu
verkauften Camcorder (an Stückzahlen) nimmt auf Standard Definition auf, was im
direkten Vergleich durchaus seine Vorteile hat: SD-Cams sind noch deutlich
billiger; ihre Medien schlucken je nach Aufnahmemodus ein Vielfaches an
Videomaterial wie ihre HD-Pendants; und schlußendlich ist die Nachbearbeitung so
unkompliziert und bewährt, daß tatsächlich so gut wie jeder PC der letzten fünf
Jahre und jedes Schnittprogramm vollkommen problemlos in der Lage ist,
ansprechende Videos flüssig und standardkompatibel zu produzieren.
Nein, wir wollen hier natürlich nicht gegen High Definition
argumentieren. Allerdings muß die Frage erlaubt sein, warum denn eigentlich –
wie manche Diskussionsteilnehmer es uns weismachen wollen – Filme allein schon
deshalb „minderwertig“ sein sollen, weil sie in PAL- und nicht in HD-Auflösung
gedreht wurden. Wer so argumentiert, tut nicht mehr und nicht weniger, als den
filmerischen Output der letzten Jahrzehnte geringzuschätzen – eine vollkommene
Verkehrung der Tatsachen. Filme werden schließlich zuerst durch ihre Story, ihre
kreative Umsetzung und sauberes Filmerhandwerk gut, und lediglich nachrangig
durch die Anzahl der Bits und Bytes, durch die sie repräsentiert werden.
Unter anderem daher nutzt ComputerVideo die Gunst der niedrigen Preise zu
einem umfassenden Test aktuell empfehlenswerter Standard Definition-Camcorder
(s. Titelstory ab S. 18); dabei wollten wir freilich auf die Annehmlichkeit des
nonlinearen Zugriffs auf das Material nicht verzichten und haben daher nur
Modelle ausgewählt, die auf Festplatte bzw. Flash-Medien aufzeichnen.
Ordentliche Bildqualität, z.T. fortgeschrittene Features, problemlose
Nachbearbeitung und obendrein noch günstige Preise – was will man mehr zum
Weihnachtsfest?
Nun, manche wollen tatsächlich mehr, nämlich die (Noch)-Minderheit der
HD-Filmer. Was uns zum zweiten Punkt bringt: Die Preise für Blu-ray-Brenner sind
in den letzten Wochen deutlich gefallen – unser Benchmark-Straßenpreis für den
„nackten“ Brenner (also ohne Zusatzsoftware, Handbuch etc.) lag bei Drucklegung
bei rund 160 Euro, in zeitbeschränkten Sonderangeboten zum Teil noch darunter.
Kaum zu glauben: Der billigste Brenner ist auch zugleich der beste, wie unser
detaillierter Vergleichstest ab S. 28 herausgefunden hat. Die BD-Brenner
adressieren effektiv ein (noch) zentrales Thema der HD-Filmerei: Wohin mit der
Datenflut, die das hochaufgelöste Videomaterial generiert? Jetzt müssen nur noch
die Preise für BD-Rohlinge in erträgliche Regionen fallen, dann kann das Problem
der dauerhaften Archivierung von HD-Material jenseits von Festplatten als gelöst
angesehen werden.
Drittens und letztens ein Ausblick: 2009 verspricht für Camcorder aller
Klassen – besonders für HD – ein echtes Hammerjahr zu werden. Was wir nach
Kenntnis der Herstellerpläne schon verraten können und dürfen: An allen Fronten
(Qualität, Ausstattung, Nachbearbeitung, Archivierung und last not least Preis)
wird sich massiv was tun. Fast erscheint es, als wäre ein echter Ruck durch die
Entwicklungs- und Marketingabteilungen gegangen, HD endlich „rund“ zu machen.
Die ersten Früchte dieser Anstrengungen haben wir übrigens schon zur kommenden
Ausgabe im Test! ComputerVideo wird seine Berichterstattung auf jeden Fall
weiter ausbauen; seien Sie mit uns gespannt auf ein – hoffentlich nur positiv –
aufregendes Filmerjahr 2009!
Eine frohe Weihnacht und einen erfolgreichen Einstieg ins Neue Jahr wünscht
Ihr Roland Schäfer
Herausgeber