| Editorial
CV 2/03: Tschüß MiniDV |
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Wenn Sie unser Titelbild genau angeschaut haben, wissen Sie, wovon heute die Rede ist: vom Anfang vom Ende von DV. 2003 bildet erst den Anfang, weil es noch Jahre dauern wird, bis der letzte Hersteller die Produktion von bandbasierten Camcordern einstellt; es ist das sichere Ende, weil Band mittelfristig keine Chance hat. Sicher, so eine Technologie-Ablösung braucht schon mal ihre 12 bis 15 Jahre, wie die immer noch beachtlichen Abverkaufszahlen von Analogcamcordern belegen. Doch bandbasierte Systeme sind, egal ob analog oder digital, nicht mehr als Übergangstechnologien: zu langsam, zu unbequem, und vor allem zu störanfällig (wir sagen nur: Kopftrommel).
Eins-zwei-drei im Sauseschritt: Erst auf der IFA 1995 erblickte DV das Licht der Welt, und seitdem sind Hunderte von DV-Modellen mit immer neuen Features durch die Läden gewandert. Wenn wir uns nicht täuschen, markiert die CeBIT 2003 einen neuen Rekord, was die Zahl der Neuvorstellungen angeht. Legt Canon noch sechs und Sony schon zehn neue Modelle gleichzeitig vor, so kontert JVC mal eben mit 20 – alles innerhalb weniger Wochen.
Doch nun wird DV von gleich drei Seiten in die Zange genommen. Beim Aufnahme-Medium hat die DVD mit ihrem wahlfreien Zugriff auf die Daten und mit ihren Indexbildern die Nase vorn in punkto Geschwindigkeit und Komfort (s. Vorstellung der drei DVD-Camcorder ab S. 16). Bei der Bildqualität wird DV zum einen attackiert von Camcordern mit veränderter zeitlicher Auflösung; unser Testbericht der Panasonic DVX100 belegt (ab S. 24), daß diese erste 25p Progressiv-Kamera für Consumer dem "Filmlook" schon recht nahe kommt. Zum anderen muß sich die DV-Qualität vergleichen lassen mit jener von Camcordern mit höherer räumlicher Auflösung; hier ist JVC mit der ersten HD-Kamera für Consumer Klassenprimus. Daher gehört für Filmer auf der CeBIT ein Besuch bei JVC zu den Pflichtterminen, denn dort ist die GR-HD1 als Prototyp zu sehen (s. S. 18).
Das einzige, was derzeit noch für DV spricht, ist sein Preis. Da kann es noch ein paar Jährchen dauern, bis die Konkurrenztechnologien auf Augenhöhe sind. Dann jedoch (sagen wir mal: zur CeBIT 2006) sehen wir: einen nur noch faustgroßen CMOS-Camcorder, der in voller HD-Auflösung 100 Vollbilder pro Sekunde auf eine 8cm Blu-ray disc mit 80GB zu 1 Euro das Stück aufzeichnet und es parallel per Wireless LAN im Standard 802.11y mit 1 GBit pro Sekunde an einen 16GHz-Rechner streamt. Sein Preis aber – und hier wird die Vision ein wenig unscharf, das mag an der analogen Übertragung liegen – wird etwa 700 Euro sein (exkl. 24% MwSt.).
Hmm. Und was machen wir dann, anderes als heute?
Happy DVing auch weiterhin!
Ihr Roland Schäfer
PS: Noch eine Nachricht in eigener Sache: Wir hatten zwei Zuschriften
von Kioskkäufern von CV, die sich über eine angebliche Preiserhöhung beschwert haben.
Dazu stellen wir fest: Es gibt keine Preiserhöhung. Der Preis für CV mit CD ist und
bleibt, wo er war (dazu bedarf es keiner Vision). Der höhere Preis von Ausgabe 1/03 war
durch die redaktionelle DVD bedingt, die ihr beilag. Mit 4,7GB enthielt sie soviel Content
wie sonst etwa 7 CV-CDs zusammen. Im Vergleich zur CD hat eine DVD außerdem drastisch
höhere Produktionskosten, daher der einmalige Sonderpreis am Kiosk. Zudem war die DVD in
der Vorausgabe angekündigt. Übrigens: Abonnenten haben sie ohne jeden Aufpreis auf ihr
Abo bekommen, quasi als Bonus. Sonderaktionen dieser und ähnlicher Art werden auch
künftig im normalen Abopreis enthalten sein. Übrigens: Neu-Abonnenten erhalten jetzt von
uns ein mobiles Schnittstudio als Prämie – schauen Sie doch mal auf S. 55 ...