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Editorial CV 2/11: Hausmitteilung |
Das Wichtigste zuerst:
Entschuldigung! Das Erscheinen dieser Ausgabe von ComputerVideo hat sich
mehrfach verzögert. Viele Leser haben sich nach den Umständen erkundigt, und da
sich die Gründe vielfältig und komplex darstellen, sind wir bisher sicherlich
die eine oder andere Antwort schuldig geblieben. All das bedauern wir und tun
unser Möglichstes, um die Situation zu verbessern. Was ist geschehen?
Bekanntlich hat jeder Zeitschriftenverlag, ob groß oder klein, im Wesentlichen
drei Umsatzquellen: Abos, Einzelverkauf und Anzeigen. Von der Größenordnung her
machten letztere traditionell den Löwenanteil aus. Hier herrscht seit Jahren
chronische Flaute: Immer mehr Firmen der Branche haben (trotz bisweilen wieder
prächtiger Quartalsergebnisse) ihre Anzeigenetats zusammengestrichen oder gar
ganz eingestellt; Werbebudgets, die ins Internet oder auf Smart Phones verlagert
wurden, können den Wegfall der Printanzeigen bei weitem nicht kompensieren. Was
für den Leser zumeist angenehm ist – schließlich erhält er bei weniger Anzeigen
anteilig mehr Redaktion fürs Geld – ist für die Verlage ein ernstes Problem. Sie
reagieren zum einen mit Einsparungen, was Qualität und Umfang der Publikation
abträglich sein kann, zum anderen mit Preisdumping bei den Anzeigen frei nach
dem Motto: besser eine Anzeige für einen Bruchteil des Listenpreises als gar
keine. Diese Entwicklung allerdings ist so unseriös wie ruinös – solche Verlage
sägen am Ast, auf dem sie sitzen.
Wir haben die Entwicklung zum Anlaß genommen (vgl. Editorials CV 5/10 und 6/10),
ComputerVideo gründlich zu überdenken und während dieser Restrukturierungsphase
gemeinsam mit ihrem Schwestermagazin HDTV-PRAXIS auszuliefern. Mitten in diese
Phase ist nun allerdings ein Ereignis hineingeplatzt, das die Situation noch
einmal drastisch verschärft hat: die Dreifach-Katastrophe in Japan. Erdbeben,
Tsunami und Fukushima haben die japanischen Unternehmen dazu veranlaßt, bereits
gebuchte Anzeigen reihenweise zu stornieren oder geplante Kampagnen auf Eis zu
legen. Angesichts der Dimension der Ereignisse in Japan haben wir vollstes
Mitgefühl mit den Menschen vor Ort und wünschen den Herstellern alles Gute, um
ihre Produktion schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen. Denn es ist so
logisch wie unausweichlich: Wer keine Fabriken, Zulieferteile oder Energie mehr
hat, um Produkte herzustellen, kann auch kein Geld ausgeben, um diese Produkte
zu bewerben.
Dennoch bleibt festzustellen, daß die Fachpresse auf Printanzeigen als Teil
ihres Umsatz-Mixes angewiesen ist; ohne sie ist die Publikation eines
kommerziellen Magazins in Deutschland unmöglich. Die Kürzungen betreffen die
Verlage somit unmittelbar. Wir sind daher in intensiven Gesprächen mit unseren
Anzeigenkunden (und anderen Verlagen), wie die Situation gelöst werden kann, um
den Erhalt der Fachpresselandschaft zu gewährleisten. Dies allerdings braucht
Zeit (und munter vor sich hinstrahlende Atomruinen schaffen in Japan nicht
gerade Planungssicherheit), und wir müssen reagieren: HDTV-PRAXIS erscheint
wieder dreimonatlich, und das bedeutet auch für ComputerVideo vorübergehend den
vierteljährlichen Rhythmus. Die Abos werden entsprechend verlängert, sodaß ein
Vollabo weiterhin sechs Hefte umfaßt (Details finden Sie auf unserer Website).
So schnell, wie es die geschilderten Umstände zulassen, werden wir zur gewohnten
Erscheinungsweise zurückkehren.
Wie eingangs erwähnt, bedauern wir die Entwicklung außerordentlich. Wir geben
ComputerVideo im mittlerweile 15. Jahr heraus, und kämpfen mit allen Mitteln für
sie. Manche Entwicklungen liegen dennoch – s.o. – außerhalb unseres
Einflußbereiches, und wir bitten um Ihr Verständnis. Uns hilft jeder einzelne
Leser; und selbst wenn wir nicht immer und unmittelbar antworten können, sind
Ihre Ideen (am besten per E-Mail an
leserbrief@computervideo.de) willkommener denn je. Herzlichen Dank für Ihre
Unterstützung!
Viel Spaß bei der Lektüre
dieser CV wünscht
Ihr Roland Schäfer
Herausgeber