ComputerVideo 4/00
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Editorial
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Streaming Video: Schlagabtausch
Fast Dv.go!: Softer Preisbrecher
Convision Webcam-Server S1
Viewcast.com: WMT 7-Streaming mit Osprey 500
Sony MiniDV-Camcorder DCR-PC5
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Fullstream Ahead: Streaming Video Trendbericht aus Las Vegas
Prinzip Hoffnung. DVD-Recorder
Linux ante portas: Videobearbeitung
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NLE: Die Zukunft der Echtzeitsysteme
Marktübersicht
Unterwassergehäuse für MiniDV
Test Drive
Moderner Klassiker: Panasonic NV-DS 150
Tiger im Tank: AIST MoviePack 3.0
Gelandet: Maxon Cinema 4D XL, Release 6
Profischnitt mit dpsVelocity, Teil 2
Abgespeckt: Canopus EZDV
JVC GY-DV500-Praxistest mit Kamerakran "Move Schlawiner"
Workshop
Knack weg: Audiorestauration mit Diamond Cut Millennium
Perfekte Titel II: CG Infinity 6.0
Tips & Tricks
Soundverwaltung mit SFX finder II
Gratis FX für Matrox RT 2000
Ulead MediaStudio pro 6.0 mit Print-to-tape
FX für Apple Final Cut Pro
MainConcept: DV-Codec und Texture Loops
Ulead VideoStudio-Buch
BlueValley: 50 Musik CDs gemafrei
VAS: Lenkrad für Camcorder
Service
Veranstaltungen: Hier ist was los!
Herstellerkontakte
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Vorschau auf Ausgabe 5/2000
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Editorial: Entenjagd
| "Sitting ducks", sitzende Enten: So nennt der Amerikaner unbewegliche Ziele, die immer dort hocken, wo man sie vermutet, und daher fette Beute abgeben. Schalten wir um in die Entenperspektive: Wer sich immer nur gegen die anderen Enten verteidigt, übersieht bisweilen, daß der Jäger mit der Flinte ganz woanders sitzt. | ![]() |
Vor Jahr und Tag (genauer: vor jetzt beinahe drei Jahren, in Ausgabe 5/97) haben wir an dieser Stelle vor einem Formatkrieg bei der wiederbeschreibbaren DVD gewarnt. Mittlerweile ist der DVD-Kopierschutz geknackt (s. CV 1/00), Hollywood und die Musikindustrie haben noch immer Angst um ihre Copyright-Tantiemen, und die Hersteller der Unterhaltungselektronik hatten die DVD-Recorder auf die lange Bank geschoben, um Zeit zu gewinnen.
Jetzt, wo die Markteinführung von gleich drei konkurrierenden Systemen bevorsteht (zunächst in Japan, s. Report ab S. 17), könnte es sein, daß sich diese Strategie als verhängnisvolle Fehlentscheidung erweist. Die Basistechnologien hinter DVD-RAM, DVD-RW und DVD+RW (sprich: "plus RW") sind seit Jahren sattsam bekannt: rotierende Medien, Laser, komplexe Hochtechnologie, unter schwierigen Bedingungen (wie z.B. im mobilen Einsatz in einem Camcorder) nur aufwendig zu kontrollieren. Was aufwendig ist, kommt den Anwender in der Regel teuer zu stehen und ist zudem fehleranfällig: nicht gerade optimale Voraussetzungen für die hohen Stückzahlen, die sich jeder Player von "seinem" Format verspricht. Das riecht nach hohem Marketingaufwand, nach zähem Grabenkrieg, nach verlustreicher Selbstzerfleischung -- der Enten. Der wahre Jäger sitzt in Sunnyvale, Kalifornien, und lädt gerade in aller Ruhe seine Büchse nach: SanDisk ist der Weltmarktführer bei Flash Memory, nicht-flüchtigen Speicherbausteinen, wie sie heute schon in Millionen von Mobiltelefonen, Organizern, digitalen Fotoapparaten und Spielekonsolen eingebaut werden: winzig, flexibel, sofort einsatzbereit. Das K.o.-Argument von Flash Memory läßt sich mit drei Worten beschreiben: keine beweglichen Teile. Wo sich nichts bewegt, können nur wenig Fehler oder Verschleiß auftreten, weniger jedenfalls als bei Technologien, die auf rotierenden Medien beruhen (wie der DVD).Sicher, noch sind die Flash-Speicher teuer; doch warten Sie mal ab, wie die Produktionskosten sinken, wenn Stückzahlen à la DVD erreicht werden. Und natürlich fehlt Flash derzeit die Aufnahmekapazität und -schnelligkeit für Bewegtbild, wie sie die Anwendung Digital Video erfordert -- noch: In spätestens drei Jahren will SanDisk so weit sein.
Mal angenommen, wir sprechen über ein Verkaufsfenster für die wiederbeschreibbare DVD von drei Jahren, und der Formatkrieg bricht aus wie befürchtet: Wie dann 2003 wohl die Verkaufszahlen unserer drei "DVD-Enten" aussehen werden? Was sagen die Käufer von DVD-RW, +RW und -RAM, wenn sie feststellen, daß sie in eine Übergangtechnologie investiert haben? Und daß natürlich deren Verfechter parallel in alle CompactFlashes, MultimediaCards und MemorySticks dieser Welt investiert haben, um den Anschluß nicht zu verpassen?
Im Japan gibt’s bekanntlich das MITI, das Wirtschafts-Superministerium, das notfalls mit sanfter Gewalt nachhilft, um Streithähne aus der Industrie an einen Tisch zu zwingen. Wenn es die "Sitting Ducks" der DVD-Industrie nicht aus eigener Kraft schaffen, den Formatkrieg zu vermeiden, wäre hier eine gute Gelegenheit für das MITI. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, auch bei Recordable DVD: Dann mutieren unsere Enten zu Moorhühnern, und Sie wissen ja, wie die sich von der Bildschirmjagd verabschieden: mit Kreuzen in den Augen.
Ihr Roland Schäfer
Herausgeber ComputerVideo
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Report: Linux ante portas
Videobearbeitung unter neuem Betriebssystem
Von Rudi Schmidts
Seitdem wir vor rund einem Jahr in Ausgabe 3/99 über die Entwicklungen im Videoschnittbereich von Linux berichteten, hat sich viel getan: So sind einige Projekte mittlerweile zur Marktreife gelangt, andere wiederum komplett in der Versenkung verschwunden. Und natürlich finden sich in der Gemeinde der nicht müde werdenden Freeware-Programmierer wieder zahlreiche Neuankündigungen, die einiges erwarten lassen. Eine Zwischenbilanz.

Mächtig, aber in der Bedienung auch mächtig umständlich: Broadcast 2000.
Nach wie vor setzen fast alle namhaften Hersteller von Videoschnitt-Software auf die "bewährten" Systeme Windows-PC oder Macintosh -- noch. Denn die Sympathie vieler Produkt-Manager gegenüber dem alternativen Betriebssystem scheint ständig zuzunehmen. Während wir auf der CeBit 99 ausschließlich auf Desinteresse stießen, hörte man auf der diesjährigen Messe des öfteren laute Überlegungen, das eine oder andere Projekt zu portieren.
Die technischen Vorteile von Linux für die Videobearbeitung sind schon länger offensichtlich: Aufgrund der extremen Stabilität des Systems, der vollständigen Konfigurierbarkeit und dem vorbildlichen Support empfiehlt es sich geradezu für komplexe Applikationen.
Für die Installation eines Linux-Systems wird mittlerweile kaum mehr Know-How benötigt als für eine Windows-Version: Dank der neuen Distributionen von Caldera, Corel und Co. wird bei der Installation die eingebaute Hardware selbständig erkannt und konfiguriert. Und neue grafische Oberflächen wie KDE oder Gnome ermöglichen denselben Komfort wie der Desktop aus dem Hause Bill Gates. Früher oder später werden wir daher mit Sicherheit zahlreiche Videoapplikationen unter Linux einsetzen können.
Doch Linux wäre niemals Linux geworden, wenn die Entwickler immer bereitwillig auf die Unterstützung großer Softwarehäuser gewartet hätten. Im Gegenteil: Seitdem die Videobearbeitung am PC ihren scheinbar unaufhaltsamen Siegeszug angetreten hat, finden sich immer mehr kostenlose Linux-Programme, die Adobe und die anderen vielleicht schon etwas nervös machen sollten ...

Vielversprechend, doch noch in den Kinderschuhen: Trinity
Der Stand der DingeZu allererst ist zu vermelden, daß mittlerweile eine komplette Firewire-Unterstützung für Linux existiert. Unter http://linux1394.sourceforge.net/ findet der Interessierte alle Treiber und Patches, um seine Linux-Installation für den digitalen Schnitt fit zu machen. Die aktuelle Version (Beta 4) ist zwar noch immer nicht offiziell als finale Version freigegeben, läuft jedoch schon äußerst zufriedenstellend. Da sich die Firewire-Unterstützung bereits seit Version 2.3.40 im Linux-Entwicklerkernel befindet, stehen die Chancen gut, daß sich die endgültigen Treiber ebenso im Anwenderkernel 2.4 befinden, dessen Release für Herbst erwartet wird. (Entwicklerkernel haben ungerade Versions-Nummern und sind in erster Linie für experimentierfreudige Anwender gedacht, während Anwender-Kernel gerade Nummern besitzen und ein stabiles System garantieren). Außerdem gibt es einen Firewire-Patch für den aktuellen Anwenderkernel 2.2.
Trinity mit unkonventionellem Design
ToolsKaum hatte die IEEE1394-Unterstützung einen stabilen Versionsstand erreicht, sprossen die ersten Firewire-Projekte aus dem nährstoffreichen Boden der Linux-Gemeinde: Darunter sind sogar Applikationen, die in der Apple-Win-Welt noch ihresgleichen suchen:
Unter www.chez.com/kayle/ieee_1394.htm finden Sie beispielweise neben einem Programm, welches den Computermonitor zum DV-Fernseher macht, ein experimentelles Firewire-Ethernet und eine Applikation namens "Virtual VCR", welche anderen Computern via Firewire vorspiegelt, sie sei ein aufnahmefähiger DV-Camcoder. Doch auch gängigere Videoanwendungen stehen mittlerweile unter Linux zur Verfügung. So hatte das DV-Capturing-Tool "dvgrab" (www.schirmacher.de/arne/dvgrab/) zu Redaktionschluß den Versionsstand
0.82 erreicht und arbeitet mittlerweile mit zahlreichen Camcodern stabil zusammen. Interessant ist, daß das Programm unter anderem ermöglicht, DV-AVI-Dateien nach Typ I und II zu erstellen. Zum Abspielen eigener Videodateien finden sich momentan drei Player, die DV-Files unterstützen: xdvplay (www.schirmacher.de/arne/xdvplay/index.html), xdv (www.voxel.at/prj/dv/) und gvplay (www.jtang.org).
Gewohntes, Ungewohntes: Manche Bedien-Metaphern sind von Win & Co. übernommen -- aber versuchen Sie dort mal, einen "zeitlosen" Clip zu definieren ...
Ob sich AVI-Dateien als Standard unter Linux etablieren, ist indes noch offen. Ein einheitliches Videoformat hat sich hier noch nicht durchgesetzt: Kämpfte bisher V4L2 (Video for Linux 2) gegen das momentan in Linux integrierte Video for Linux (www.exploits.org/v4l/), hat sich soeben eine neue Initiative gegründet, die sich "OpenStream" nennt und ebenfalls einen eigenen Standard definieren will (www.indrema.com/openstream/). Weitere Gruppierungen planen ebenfalls, eigene Dateiformate durchzusetzen. Wie man sieht: OpenSource schützt vor Formatchaos nicht ...
Ebenfalls bereits einsetzbar ist ein eigener DV-Codec, der vielleicht Einheit in die Szene bringt: Der unter http://libdv.sourceforge.net/ erhältliche Quasar-DV-Codec ist zwar noch nicht geschwindigkeitsoptimiert, jedoch freuen wir uns schon auf einen Speedtest gegen Canopus und MainConcept, wenn die Linux-Gemeinde mit der Optimierung fertig ist.
Applikationen
Wer seinen Camcoder an den PC anstöpselt, wird mit ziemlicher Sicherheit nicht nur Dateien kopieren und auf dem Computermonitor betrachten wollen. Während vor einem Jahr noch keine Videoschnittsoftware unter Linux alltagstauglich war, sind inzwischen zwei Applikationen am Markt, die von den Herstellern als final bezeichnet werden. Die bekannteste Videoschnittsoftware unter Linux ist CV-Lesern sicherlich ein Begriff: Der MainActor 3.5 (Testbericht in CV 3/2000, S. 39) des Aachener Softwareunternehmens MainConcept steht mittlerweile mit vollem Funktionsumfang unter Linux zur Verfügung. Im Gegensatz zu vielen anderen Linux-Programmen ist der MainActor jedoch nicht kostenlos. Allerdings erhält der Käufer des Programms sowohl die Linux- als auch die Windows-Lizenz. Eine aktuelle Demoversion findet sich unter www.mainconcept.de.
Spartanisch: der Color Picker für Überlagerungsclips.
Die zweite fertige Editing-Applikation nennt sich Broadcast 2000 und ist bei Heroine Virtual kostenlos erhältlich (http://heroine.linuxave.net/bcast2000.html). Das Programm glänzt dabei mit einem beachtlichen Funktionsumfang, der sogar manch teurer Windowsapplikation gut zu Gesicht stehen würde: voller Dual-Prozessor Support, optionale 16 Bit-Farbbearbeitung und extrem professionelle Audio-Bearbeitung (bis zu 5:1 Channel, 24 bit, 196 khz Audio Output).
Eine nicht frei erhältliche Version des Programms ermöglicht sogar das Descramblen von DVDs und deren direkte Verarbeitung auf der Timeline à la DeCSS (s. CV 1/00). Leider sind Bedienung und Installation alles andere als trivial, so daß Sie allein für dieses Programm eine gehörige Portion Einarbeitungszeit einplanen sollten, um es sinnvoll nutzen zu können. Außerdem unterstützt es momentan noch nicht den Import von DV-Files.
Doch noch weitere Freeware-Videoschnittsoftware ist im Anmarsch: Am besten dokumentiert ist dabei "Trinity", welches bereits einfache Schnitte und Farbkorrekturen erlaubt. Bei der Namensgebung des Programms, das sich offensichtlich an der weiblichen Hauptfigur aus dem Film "Matrix" orientiert, sind allerdings rechtliche Probleme vorprogrammiert. Schließlich vertreibt die Firma Play unter demselben Namen bereits ein Videobearbeitungssystem (Test s. CV 2/99).

Crow: Leider scheint die Entwicklung gerade etwas eingeschlafen zu sein -- hallo, aufwachen!
Von den weiteren drei vor einem Jahr vorgestellten Programmen wurde die Entwicklung von "Moxy" komplett eingestellt, während "Crow" und "Splice" scheinbar noch weiter programmiert werden. Jedoch informieren die Websites hier nur äußerst spärlich über die aktuellen Versionen.
CV-Fazit
Wer unter Linux seine eigene Videos schneiden will, kann dies bereits bewerkstelligen, insofern er mit einigen Linux-Interna vertraut ist. Es wird jedoch nicht jedermanns Sache sein, sich mit diversen Kernel-Patches und Installationsskripten herumzuschlagen. Bis auf MainActor muß jedes Programm noch von Hand kompiliert und installiert werden. Diese Situation dürfte sich schlagartig ändern, wenn in diesem Herbst der neue Linux-Anwenderkernel 2.4 freigegeben wird. Sobald Firewirekarten automatisch ins System eingebunden werden und Videoschnittprogramme mit den Linux-Distributionen ausgeliefert werden, dürfte unter Linux bald der DV-Schnitt für jedermann Wirklichkeit werden. Die vielversprechensten Applikationen sind dabei Broadcast 2000, MainActor und Trinity. Stay tuned ...
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