Editorial CV 6/05:

Tempora mutantur
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Die Zeiten ändern sich, und Video mit ihnen: In den Händen halten Sie die nunmehr 50. Ausgabe von ComputerVideo -- im Sommer 1997 erschien die erste Ausgabe! Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist… Der Schampus schmeckt besonders gut, wenn wir uns vor Augen halten, wie stark sich die Videobearbeitung in diesen acht Jahren gewandelt hat. Wer heute noch mal die erste Ausgabe zur Hand nimmt -- ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die vielen Abonnenten, die das noch können, weil sie uns seit der ersten Stunde die Treue gehalten haben -- kommt aus dem Staunen nicht heraus: Die erste Generation von DV war gerade auf den Markt gekommen, eine schnöde Firewire-Karte kostete 500, ein simples DV-Bandlaufwerk für den PC gleich 5.000 Mark, und das DiskArray mit stolzen 36 Gigabyte (nur für Broadcaststudios!) war zum Profischnäppchenpreis von schlappen 70.000 Mark zu haben… Inzwischen gehört Firewire seit Jahren zur Standardausstattung eines jeden Rechners, DV-Bandlaufwerke sind obsolet geworden, und über läppische 36 GB Speicher verfügt mittlerweile gar mancher Consumer-Camcorder.

In die Freude darüber, wie sich die Technik seitdem vereinfacht hat, und wie die Preise gesunken sind, mischt sich allerdings ein wenig Besorgnis, sobald die lange Reihe dahingeschiedener Unternehmen vor dem geistigen Auge vorüberzieht. Die seinerzeitige Vielfalt kleiner, quicklebendiger DV-Firmen, die alle ihr gutes Auskommen hatten, ist fast schon einer Monokultur gewichen, die dem Markt nicht unbedingt nur Gutes beschert. Das jüngste Beispiel einer solchen „Konzentration“ in der Content Creation-Branche flatterte uns nach Redaktionsschluß des News-Teils auf den Tisch: Autodesk (3ds max u.a.) übernimmt Maya-Hersteller Alias wieder einer weniger. Wie immer wechseln etliche Dollarmillionen die Besitzer (diesmal 182, in bar); doch der Anwender fragt sich ebenfalls wie immer zu Recht, was denn wohl aus Entwicklung und Support „seines“ Produktes wird. Die Logik dahinter: Wenn es denn stimmt, daß Konkurrenz das Geschäft belebt (was sie ja auch im Videoschnitt lange getan hat), müßte dann nicht zwangsläufig die Abnahme von Konkurrenz das Geschäft und die Weiterentwicklung einschlafen lassen, ja lähmen?

Nun haben die Videoschnitt-Technologien mittlerweile einen solchen Stand erreicht, daß die Kreativität des Anwenders tatsächlich kaum noch behindert wird. Selbst ausgefallene Gestaltungsideen können heute für kleines Geld realisiert werden -- wenn des Filmers Kreativität lahmt, kann er sich mittlerweile kaum mehr hinter den Kosten der benötigten Tools oder ihrer Komplexität verstecken. Von daher herrschen im Vergleich zur Mitte der 90er Jahre paradiesische Zustände: Toben Sie sich ruhig aus! Zumal nun mit High Definition ein Aufnahme- und Displayformat zur Verfügung steht, der auch Ihre eigenen Filme in die nächste Dimension beamen kann -- Heimkino läßt schön grüßen.

ComputerVideo wird Sie bei der Umsetzung Ihrer kreativen Ideen weiter mit Rat und Tat begleiten, was durchaus wörtlich zu nehmen ist: Den Rat liefern wir in Form von künftig noch mehr Workshops und Know-How-Artikeln, in diesem Heft u.a. ein Ratgeber, wie Sie atemberaubende Zeitrafferaufnahmen mit Ihrem Camcorder realisieren. Die Tat kommt in Form von differenzierten, ehrlichen Tests über alles, was die Industrie an relevanter Hard- und Software herausbringt. Die vorliegende Jubiläumsausgabe ist ein gutes Beispiel dafür: So viele Tests, aber auch soviel Licht und Schatten bei den Produkten gab’s wohl noch nie. Wir trinken also darauf, daß es weiterhin spannend bleibt, und:

Auf die nächsten 50 Ausgaben von ComputerVideo!

Ihr Roland Schäfer

PS: Damit Sie kräftig mitfeiern können, verlosen wir zum Jubiläum 10 Flaschen der feinsten Weine aus unserem Redaktionsweinkeller (wir haben gar keinen Redaktionsweinkeller; hört sich aber trotzdem gut an, oder?). Das Teilnahmeformular finden Sie hier. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

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