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Editorial CV 6/08: Schnelle Nummer |
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Mit neuen Technologien in Kreativanwendungen ist das so eine Sache. Selbst wenn das Gerät, in dem sie eingesetzt wird, hervorragend funktioniert, ist das doch nur die halbe Miete. Denn es muß nicht nur für sich genommen gut sein, sondern auch mit anderen Geräten, ja bisweilen mit einem gesamten Gerätepark gut zusammenarbeiten. Nehmen wir die AVCHD-Camcorder. Da hat die Industrie uns mittlerweile Modelle von hervorragender Bildqualität hingestellt, ausgestattet mit allem, was das Herz selbst anspruchsvoller Filmer höher schlagen läßt, und das zu akzeptablen Preisen – so weit, so gut.
Und dann, ja ‑ dann kommt die Odyssee der Weiterverarbeitung. Nicht nur, daß alle nasenlang SD-Cards, Festplatten, SSDs oder DVDs extern gesichert werden müssen, nein, der eigentliche Flaschenhals ist der Schnitt. Denn da gerät so mancher Kurzfilm zum Zeitfresser, für den durchaus schon mal das Wochenende draufgeht. Der Grund: Der Rechenbedarf bei der Nachbearbeitung von Full HD-Signalen ist so enorm, daß selbst gut ausgestattete PCs der gehobenen Klasse in die Knie gehen. Die bisherigen Schnittprogramme verstehen sich zwar „offiziell“ mittlerweile alle auf AVCHD, doch von einem flüssigen Arbeiten à la HDV kann oft noch keine Rede sein.
Diesen Leistungshunger von AVCHD bestätigt im übrigen auch unser großes Nachbearbeitungs-Special: Auf 16 Seiten stellen wir Ihnen alle neuen Schnittprogramme vor, die die Industrie dem Cutter passend zum Herbstgeschäft serviert. Dort finden sich alte Bekannte und Newcomer, Anspruchsvolles und Ruck-zuck-Tools, eben für jeden etwas. Und siehe da: Ausgerechnet ein Einsteigerprogramm zeigt den Platzhirschen, wie man AVCHD Beine macht. Das neue Corel VideoStudio Pro X2 hat einen seinerzeit schon von DV bekannten Trick übernommen und für AVCHD perfektioniert: die Arbeit mit Proxy-Daten. Ist die Auflösung mit Full HD zu rechenintensiv, warum nicht einfach mit niedriger auflösenden Stellvertreter-Dateien schneiden und dann später bei der Ausgabe das Projekt mit dem hochauflösenden Originalmaterial rausspielen? Der Schnitt mit der schnellen Kopie schlägt das behäbige HD-Original um Längen und ist am Ende doch wieder gleich gut: ein simpler, aber effektiver Trick, mit dem die Arbeit gleich viel zügiger von der Hand geht. Und schon ist das Wochenende gerettet…
Dabei hat in diesem Herbst beileibe nicht nur AVCHD Konjunktur. Bei den Camcordern haben die Hersteller in diesem Jahr so ziemlich jede mögliche Kombination aus Videoauflösung, Kompressionsformat, Speichermedium, Chiptechnologie und Bauform durchgemendelt und als eigenes Modell auf den Markt gebracht. Wie soll man in diesem Dschungel nur seine Traumkamera finden? Ganz einfach: Seite 20 aufschlagen, Camcorder-Kaufberater lesen. Dort erklären wir nicht nur, worauf es ankommt, um die richtige Kaufentscheidung für die jeweilige Anwendung zu treffen, sondern haben 44 aktuelle Modelle mit allen wichtigen Features und Preisen übersichtlich zusammengestellt. Wer dann noch die Spezialangebote des Handels vor Weihnachten beachtet und sich die passende Schnittsoftware aus dem Special ab S. 50 aussucht, dürfte fürs nächste Filmerjahr bestens gerüstet sein.
Apropos Weihnachten: Schauen Sie doch mal ab dem ersten Advent auf unserer Homepage vorbei. Wir haben da was für Sie, was Sie auch inhaltlich für Ihre nächsten Filmprojekte unterstützt. Mehr wird noch nicht verraten – sonst wär ja die Überraschung weg… Bis dahin wünschen wir wie immer
viel Spaß mit dieser CV!
Ihr Roland Schäfer
Herausgeber